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Nematoden

Verschiedene Nematoden können Cyclamen infizieren (Zystennematoden, Wurzelgallennematoden, Nematoden der Wurzelverletzungen, usw...). Die gefährlichsten unter ihnen sind Heterodera marioni und H. rostochiensis, Zystennematoden. Als Vorbeugemaßnahme wird der Einsatz von industriellem Substrat empfohlen.

Chemische und biologische Bekämpfung sind ebenfalls wirksam.

> Einleitung

Bei den pflanzenfressenden Nematoden (Älchen) handelt es sich um mikroskopische Würmer, die eine maximal Länge von ca. 1 mm mit einem Durchmesser von 0,02 bis 0,04 mm erreichen. Sie besitzen einen spitzen Saugrüssel,mit welchemsie die Zellen durchstechen um sich von deren Inhalt zu ernähren. Je nach Gattung bilden sie Kolonien auf den ober- oder den unterirdischen Teilen der Pflanzen.

Entsprechend ihrer Spezies dringen die parasitären Nematoden entweder ins Pflanzengewebe ein, um dort die meiste Zeit ihrer biologischen Entwicklung (Endoparasiten) zu verbringen oder im Gegensatz dazu bleiben sie an der Pflanzenoberfläche oder im Boden (Ectoparasiten). Sie können auch Halb-Endoparasiten sein, d. h. es steckt nur ein Teil des Körpers in der Wurzel.

Die Nematoden bewegen sich im Larven- wie im Erwachsenenstadium im Boden durch wellenartigen Bewegungen fort. Dafür sind sowohl eine Wasserschicht wie eine gute Bodenstruktur notwendig und, ist eine Wasserschicht auf der Pflanze, schwimmen sie auch auf der nassen Blattoberfläche.

Gallennematoden (Meloydogine ssp.), Nematoden der Wurzelverletzungen, Zystennematoden, Stängelnematoden und Knollennematoden, befallen Cyclamen und auch andere Pflanzenarten.

> Die Wurzelnematoden

1 > Die Gallennematoden

In der Zierpflanzenkultur befallen die Nematoden die Wurzelsysteme der Cyclamen, Begonien, Nelken, Rosen, Gerbera, Philodendron und Baumschulpflanzen.

Diese Schädlinge gehören zur Familie der Meloidogyne. Die Hauptspezies sind Modloidogyne hapla, Meloïdogyne incognita, Meloïdogyne javanica, Meloïdogyne arenaria. Diese Nematoden bewegen sich nicht viel innerhalb des Bodens. Durch den Tropfsaft der Wurzel stimuliert, schlüpfen die fadenförmige Larven (0,05 mm Länge), unmittelbar neben den Wurzeln aus. Als Larven überleben sie im Boden bis zum zweiten Stadium.

Um ihre Entwicklung fortzuführen, dringen sie nun in die Wurzel (sesshafte Endoparasiten) und beißen sich in der Nähe der Pflanzensaftkanäle, im Zentrum der Wurzel, fest. Sie ernähren sich von dem gesaugten Saft. Die Einstiche verursachen die Bildung von Riesenzellen, die sich dann als Gallen entwickeln. Bei einem einzigen Individuum erreichen diese Gallen einen Durchmesser von 2 bis 4 mm. Häufen sich die Befallphasen, werden die Gallen entsprechend größer. Obwohl die Gallen den Nematoden als Schutzschilder dienen, sind sie für die Pflanze schädlich. Kranzförmig geordnet, verursachen sie Missbildungen des Wurzelsystems und verlangsamen das Wachstum der Würzelchen, was zu einer schwierigen Wasseraufnahme führt. Sie stören ebenfalls die Verteilung der Produkte aus der Photosynthese. Die Pflanze wird schwächer. Darüber hinaus sind diese Gallen Angriffszonen für Bodenpilze, was die Verbreitung von typischen Schwächepilzen wie Pythium, Fusarium, Rhyzoctonia fördert.

 

Die männlichen Nematoden bleiben fadenförmig und kehren zum Boden zurück. Die Weibchen sind kugelförmig und anormal groß entwickelt. Sie legen im Durchschnitt 600 verschleimte Eier. Die Fortpflanzung kann geschlechtlich (M. hapla) oder durch Parthenogenese - der sog. Jungfernfrüchtigkeit - (M. incognita, M. arenaria und M. javanica) erfolgen. Im Gewächshaus bei 28°C braucht ein Entwicklungszyklus ca. 21 Tage so dass eine Pflanze während ihrer Kulturzeit mehrmals befallen werden kann.

2 > Die Nematoden der Wurzelverletzungen

Viele Zierpflanzenarten werden von ihnen befallen: Maiglöckchen, Lilien, Cyclamen, Begonien, Narzissen und Chrysanthemen.

Die Hauptgattungen dieser Parasiten sind Pratylenchus penetrans (Begonien, Cyclamen, Narzissen, Koniferen), Pratylenchus vulnus (Lilien, Cyclamen), Pratylenchus pratensis (Lilien, Maiglöckchen, Narzissen, Cyclamen), Pratylenchus scribneri (Chrysanthemen).

Larven und erwachsene Nematoden dringen durch die oberste Gewebeschicht der Wurzel ein, um dann tiefer in das Parenchym-Gewebe zu gelangen. 

Endoparasitischer Befall produziert Nekrosen, die sich zu rot-braunen Flecken entwickeln, und dies kann zu Invasionen von sekundären Parasiten, wie z. B. Cylindrocarpon sp., führen.

Die durch die Nematoden erfolgte Reduzierung der Aufnahmefläche der Wurzel führt dementsprechend zu einer Verminderung der Mineralien- und Wasseraufnahme und somit zu einer Störung des Stoffwechsels. Die Pflanze vergilbt im oberen Pflanzenbereich und zeigt Wachstumsstörungen.

Bei diesen Nematoden handelt es sich um Wander-Nematoden, die immer wieder nach frischen Pflanzen suchen, um sich zu ernähren, oder um dann eine neue Zyklusphase durchzuführen.

3 > Die Zystennematoden

Cyclamen können von Heterodera marioni und Heterodera rostochiensis befallen werden.

Bei den Zystennematoden dringen die Larven aus dem zweiten Zyklus in die Wurzel und nisten sich dort ein.

Die junge Larven zerstören die Epidermiszellen (Oberhautzellen). Um Ihren Saugrüssel in die Gefäßbereiche einzustechen, dringen sie sehr tief ein. Durch die Injektion von hormonähnlichen Substanzen wird die Bildung von Riesenzellen verursacht.

Larven sind, ebenso wie die männlichen Nematoden, wurmförmig, während die Weibchen kugelförmig sind, insgesamt ca. 1mm lang.

Die Geschlechtsumwandlung als männliche- oder weibliche Nematode findet innerhalb der Wurzel statt. Nach der Befruchtung kommt das trächtige Weibchen aus der Wurzel heraus. Sie bildet dort eine gute sichtbare hartwandige Zyste aus, in welcher sich die Eier entwickeln und aus der die Larven der zweiten Zyklusphase schlüpfen werden.

> Die Stängelnematoden

1 > Die Stängel- und Knollennematoden

In Europa findet man Stängel- Zwiebel- und Knollennematoden auf zahlreichen Pflanzen, etwa bei ca. 400 Pflanzenarten. Im Zierpflanzenbereich werden folgende Pflanzenarten befallen: Anemonen, Begonien, Freesien, Gladiolen, Iris, Cyclamen, Flieder und Maiglöckchen... Bedingt durch eine starke parasitäre Spezialisierung finden wir mehrere biologische Arten. Diese Nematoden greifen das Wurzelwerk nicht an.

Im Erwachsenenstadium sind Ditylenchus dipsaci (wandernde endoparasitäre Nematoden) farblos und fadenförmig und haben eine Länge von 1mm. Die Larven sind 0,5 bis 0,9 mm lang.

Diese Nematoden überwintern im Boden und in den Kulturabfällen sowie in den befallenen Pflanzenteilen. Sie dringen durch die Stomata (Spaltöffnungen)in die Stiele am Stängelhals ein und ernähren sich vom Zytoplasma der Zellen, die sich in Rüsselnähe befinden. Da sie sich in den Zwischenräumen (Blattachseln,Knospenschuppen, Blütenbättern) vermehren, verursachen sie sowohl Fäulniss als auch Mißbildungen der Blütenknospen und der Blütenstiele. Man beobachtet eine Verkürzung der Internodien, eine Verkrüppelung und Verengung der Blätter und der Blüten, Halsverdickung, Farbveränderung der Blätter und Blüten, Veränderung der Organe und des Gewebes (Schwellung, Fäulnis, schwammige Struktur).

Nach der Befruchtung legt das Weibchen ihre Eier im Pflanzengewebe ab. Bei Temperaturen zwischen 20 und 24°C kann das Zyklus innerhalb 18 bis 20 Tagen abgeschlossen sein.

2 > Die Älchen oder Blattnematoden (Aphelencoïdes sp.)

Die Spezies der Familie der Aphelencoide sind Nematoden der Ekto- oder Endoparasiten-Nematoden. Die fadenförmigen erwachsenen Älchen (Nematoden) erreichen eine Länge von ca. 1 mm.

Sie befallen Blätter, Knospen und Meristeme, wo sie sich auch vermehren. Die Nematoden überwintern im Boden, im verwelkten Laub und in den oberirdischen Teilen der kontaminierten Pflanzen. Sobald sie wieder aktiv werden, begeben sie sich zu den Blättern. Sie können sich auf der Blattoberfläche bewegen, wenn diese von einer Wasserschicht bedeckt ist. Während des Gießens können sie ebenfalls zusammen mit Erdpartikeln auf Blätter gespritzt werden. Das Eindringen findet durch die zahlreichen Spaltöffnungen (Stomata) auf der Blattunterseite statt.

Sie ernähren sich durch saugen mittels ihres Rüssels, den sie durch das Blatt- und Blütenparenchym stechen. Diese Älchen dringen durch die Zellen des zarten Gewebes ein und werden nur durch die dicke Membrane der Blattadern aufgehalten. Die befallenen Bereiche sterben ab.

Der Befall durch die Larven der Älchen wird durch gelbliche Flecken gekennzeichnet, die dann braun oder schwarz – je nach Pflanzenart – werden, und die sehr typisch sind, da sie sich nur auf die Hauptblattadern begrenzen. Die Blätter verwelken, verkrümmen sich, trocknen aus, werden schwarz, sehen wie verbrannt aus und bleiben dennoch am Blattstiel haften. Der Befall beginnt an den unteren oder oberen Pflanzenteilen und nimmt an den feuchten Bereichen stark zu. Das Wachstum der Pflanze wird gebremst. Man beobachtet eine unregelmäßige Entwicklung der Blüten, die verbrannt aussehen.

> Bekämpfung durch Kulturmethoden

  • Auswahl an gesunden und befallfreien Pflanzen.
  • Einsatz von desinfizierten Erdmischungen
  • Vernichtung der befallenen Kulturen
  • Sorgfältige Auswahl des Gießverfahrens: Die Infektion der einzelnen Pflanzen im Gewächshaus (wenn zwei Pflanzen nebeneinander stehen) kann sich stark durch das Spritzen am Rande der Reihen oder von Topf zu Topf verbreiten.

> Biologische Bekämpfung

Arthrobotrys irregularis, ein nematodenfressender Pilz (durch das Institut INRA Antibes entdeckt), hat die Besonderheit, die Gallennematoden durch Klebefallen, die aus Schleimschleifen bestehen, zu fangen, während diese noch bewegliche Larven sind. Diese Schleimschleifen halten den Schädling wie mit einem Lasso fest. Letztendlich befällt dieser Pilz die gesamte Nematode und sie stirbt. Nach einer Quelle von 1984, gibt es ein Handelsprodukt namens Royal 35. Jedoch im Pflanzenschutzindex von 1997 wurde weder dieser Pilz noch ein Handelsprodukt erwähnt.

Das Ausbringen des Pilzes soll einen Monat vor dem Aufstellen der Pflanzen stattfinden. Die Dosis beträgt ca. 140 g/m2. Nachdem er sich einmal niedergelassen hat, bleibt der Pilz während zahlreicher Monate aktiv.

 

Es wurden keine weiteren Angaben eingetragen.

> Physische Bekämpfung

  • Desinfizierung der Böden und der Substrate mit Dampf.
  • Das Aufstellen von Wannen mit Desinfektionslösung (Formol, verdünntes Chlor) am Eingang des Gewächshaus um die Nematoden, die an den Schuhen haften, zu zerstören.

> Chemische Bekämpfung

Die Behandlungen führen zu einer Reduzierung der Nematoden-Kolonien , nicht aber zu deren kompletten Vernichtung.

 

Die ständige Entwicklung der Regelungen und der Zulassungen der Behandlungsmitteln, sowie dessen nationalen Unterschiede erlauben nicht den aktuellen Zulassungsstand zu berücksichtigen. Jeder Produzent muss sich deshalb bei dem zustandigen Pflanzenschutzamt informieren und die letzten Auflagen des Pflanzenschutzgesetzes zu beachten. Um die Wirkung des Wirkstoffes (Dosis) sowie die Kulturreaktion zu prüfen, (Phytotoxizität), wird empfohlen, eine vorherige Testanwendung an einem Pflanzenmuster durchzuführen.



Hinweis

In diesem Dokument werden Sie die Beschreibung von Kulturmethoden, die im Bereich der Cyclamenkultur im S.C.E.A. de Montourey (Fréjus / Frankreich) erprobt wurden. Diese Methoden basieren auf eigenen Erfahrungswerte sowie auf die Kenntnisse und die Verwendung von den als Referenz angegebenen Büchern.   Diese unter unseren klimatischen Bedingungen gewonnene Erfahrung in der Cyclamenkultur kann unter anderen Bedingungen einige Anpassungen notwendig machen, da natürliche Ereignisse die erhofften Ergebnisse vernichten können, wenn die Methodologie nicht genau befolgt wurde.   Wir weisen daraufhin, dass diese Hinweise und Anleitungen nur als Empfehlungen gelten und keine Erfolgsgarantie sind. Es wird empfohlen, vorherige Tests durchzuführen.

 

Schmarotzer :

S.A.S Morel Diffusion

2565, rue de Montourey
83600 Fréjus - France

International : +33 (0)4 94 19 73 04
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