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Dickmaulrüssler

Der „Gefurchte-Dickmaulrüssler“, Otiorhynchus sulcatus und der „Cyclamen-Dickmaulrüssler“, Otiorhynchus rugosostriatus sind gefürchtete Schädlinge bei Cyclamen.

Die verursachten Schäden werden einerseits durch den schwarz-braunen, 6 mm langen erwachsenen Dickmaulrüssler-Käfer erzeugt, der das Blattwerk frisst, und durch die Larven, die sich aus den Würzelchen und Hauptwurzeln an der Basis der Cyclamenknolle ernähren.

Das Gewächshausklima erlaubt die Entwicklung dieses Käfers (Koleopteren) über das ganze Jahr hindurch.

Da Käfer und Larven einzeln behandelt werden müssen und dazu Resistenzsymptome aufgetreten sind, ist die chemische Bekämpfung schwierig. 

Prophylaktische Maßnahmen wie z. B. die Verwendung von verpackten Industriesubstraten, Unkrautentfernung in der Umgebung, Entfernen von faulenden Pflanzen, vermindern die Ansteckungsgefahr.

Die biologische Bekämpfung ist eine interessante Alternative zur chemischen Bekämpfung. 

> Klassifizierung

Die Dickmaulrüssler gehören zu der Ordnung der Koleopteren, zur Oberfamilie der Curculionoidea und Familie der Curculionides (Käfer). Es handelt sich um kugelige Käfer.

Otiorhynchus sulcatus (Gefurchter Dickmaulrüssler) ist die häufigst im Gewächshaus anzutreffende Art. Er befällt neben vielen Zierkulturen auch Cyclamen. Vorkommende Spezies:

Otiorhynchus singularis, O. lugdunensis, O. ovatus und O. rugosostriatus.

 

Zwei Schadensarten sind bekannt:

  • die Ernährungsaktivität der Käfer an den Blättern,
  • der Befall des Wurzelsystems durch die unterirdisch aktiven Larven.

> Entwicklungsstadien und morphologische Eigenschaften

Die Entwicklung des Dickmaulrüsslers erstreckt sich über 4 Phasen:

  • Eistadium 
  • Larvenstadium
  • Puppenstadium
  • Käferstadium

 

Zur Otiorrhynchus zählen zahlreiche Arten, deren länglicher Kopf mit einem Rüssel ausgestattet ist. Die Kiefer befinden sich am Ende dieses Rüssels. Die Fühler befinden sich in der Mitte dieses Rüssels. Es handelt sich um die charakteristischen « geknickten » Fühler und ein gebogener Hinterleib.

1 > O. sulcatus

Die ersten ausgewachsenen Käfer erscheinen im allgemeinen Mitte April-Mai. Sie sind bräunlich-schwarz, glänzend, mit gelben Flecken auf dem Rücken und ca. 1cm lang.

Sie haben einen kompakten Rüssel, von deren Basis die charakteristischen Fühler abgehen.

Die Scheinflügel der ausgewachsenen Käfer sind tief gerippt. Die Käfer sind nicht flugfähig und ausschließlich auf ihren 6 Beinen unterwegs (keine Flügel: wie bei allen Koleopteren). Sie können sich in ihrer Umgebung (Substrat, Boden) gut tarnen.

Die Fortpflanzung erfolgt ungeschlechtlich (parthenogenetisch).

In Nord-Europa sind nur weibliche Dickmaulrüssler anzutreffen. Eier werden in das Substrat zwischen Juli und Oktober gelegt (100 bis 1 000 Eier je nach Individuum). Im Gewächshaus erfolgt die Zeit des Eierlegens über einen längeren Zeitraum.

Die Eier sind weiß, rund und haben einen Durchmesser von ca. 0,7 mm. 

 

Das Stadium vom Ei zur Larve dauert zwischen 10 und 25 Tage. Die beinlosen Larven, die aus den Eiern schlüpfen sind rosa-weiß mit braunem Kopf. Sie leben 2 bis 12 Monate im Boden. Die Larven sind ca. 1 cm lang. Dickmaulrüssler überwintern als Larven. Sobald die Temperatur steigt, wird die Larve erneut aktiv und im Frühling schließt sie das Puppenstadium innerhalb von ca., 20 Tagen ab. Die Verpuppung findet im Boden statt. Es folgt das Auftreten neuer weiblicher Käfer, die 5 bis 12 Monate leben.

Im Freiland entwickelt sich eine Generation pro Jahr, dagegen erfolgen im Gewächshaus alle Entwicklungsstadien über das ganze Jahr ohne Winterruhe.

2> O. rugosostriatus (Cyclamen- Dickmaulrüssler)

Der ausgewachsene Käfer ist braun-rötlich bis braun-schwarz und 6 mm lang. Er ist eiförmig. Morphologisch ähnelt er sehr demO. sulcatus. Sein biologischer Zyklus ist ähnlich. Die Eier werden von Mai bis Juli im Boden abgelegt; die Larven verpuppen sich während des Winters, im Januar.

 

Larven von Dickmaulrüssle

> Symptome und Schäden an Cyclamen nach Dickmaulrüsslerbefall

Käfer und Larven verursachen Schäden in der Cyclamenkultur. Larven richten die größten Schäden an, da sie pausenlos aktiv sind, im Gegensatz zu Käfern, die nur Nachts aktiv sind. Tagsüber verstecken die Larven sich im Dunkeln, unter Stroh, Brettern und Töpfen. Sie verstecken sich ebenfalls im Herzen der Pflanze.

> Wurzelschäden

Die kleinen Larven ernähren sich von Würzelchen, und die großen Larven von den Hauptwurzeln, die sich an der Basis der Knollenplatte befinden. Sogar die Cyclamenknollen werden angefressen. Für die Pflanzen bedeutet der Befall eine Wachstumspause, die mit einem generellen Welken endet. Eine oder zwei Larven pro Topf bedeuten den Tod einer Cyclame.

> Blattschäden

Zu Beginn des Frühlings fressen die Käfer Blätter, indem sie immer von außen anfangen. Die Bisse verursachen die charakteristischen Einkerbungen (Buchtenfraß), die den ästhetischen Wert einer Cyclame drastisch (der Blattrand sieht gewellt aus) vermindert. Die Schäden können ab August bis zum Ende der Kultur beobachtet werden.

Manchmal fressen die Käfer auch die zarten Blütenblätter.

> Verbreitung der Dickmaulrüssler

Obwohl sie nicht fliegen, bewegen sich die Käfer sehr schnell. Da sie Vielfresser sind, ernähren sie sich von einer großen Anzahl von Pflanzen und verbreiten sich somit enorm. Die erste durchzuführende Handlung ist, die ins Gewächshaus importierten Pflanzen auf Schädlingsbefall zu untersuchen.

> Aktuelle Bekämpfungsmittel

Für eine wirkungsvolle Bekämpfung müssen Larven und Käfer einzeln behandelt werden. Bedingt durch die lange Aktivitätsphase ist es schwierig, gegen die Käfer vorzugehen. Bedingt durch die Resistenz gegenüber zahlreichen Insektiziden ist die chemische Bekämpfung gegen Larven schwierig. Dennoch ist es möglich, wirksam mit eigenen, dem Substrat beigemischten Insektiziden zu arbeiten.

> Biologische Bekämpfung

Die biologische Bekämpfung ist eine interessante Alternative zur chemischen Bekämpfung. 

Sie wird mittels larvenfeindlichen Nematoden durchgeführt. Die wirksamsten Nematoden sind aus der Ordnung der Rhabditida und den Familien der Steinernematidae und Heterorhabditideae.

Mehrere Arten aus diesen Familien greifen Larven der Dickmaulrüssler an. Mit Heterorhabditis sp. (z.B. Heterorhabditis megidis) werden im Augenblick die besten Ergebnisse erzielt. Steinernema feltiae gibt ebenfalls gute Ergebnisse gegen Larven. 

1 > Infizieren mit Nematoden

Nematoden durchlaufen 4 Entwicklungsphasen, von welchen zwei direkt mit der Ausrottung des Dickmaulrüsslers verbunden sind. Das erste Larvenstadium findet direkt im Ei statt. Es spielt im Ansteckungsprozess keine Rolle.

Das zweite Larvenstadium verlässt das Ei. Es ist ebenfalls nicht ansteckend. Die

Larven des dritten Stadiums sind ansteckend: sich suchen aktiv ihre Wirte und dringen

durch natürliche Körperöffnungen und durch die Epidermis ein. Bakterien (Xenorhabdus sp.) die im Darm der Nematodenlarven enthalten sind, breiten sich fort und vermehren sich im Körper der Dickmaulrüsslerlarve, die braun wird, und schließlich innerhalb 48 Stunden vergiftet stirbt. Diese Bakterien leben in Symbiose mit den Nematodenlarven: sie zersetzen das Gewebe der Dickmaulrüsslerlarven in für die Nematodenlarven verwendbare Nahrung. Danach setzen sie die Suche nach einem neuen Wirt fort. 

Das letzte Larvenstadium infiziert die Käfer, in welchen sie sich entwickeln um aus ihnen hermaphroditische (doppelgeschlechtlich) Käfer zu machen. Diese Käfer legen ihre Eier in ihren Wirten ab. Aus den überlebenden Eiern schlüpfen Männchen und Weibchen die sich gegenseitig befruchten. Aus diesen Eiern entsteht ein neuer Ansteckungszyklus. 

2 > Handelsprodukte (Pflanzenschutzindex 1997)

Die Nematoden (Heterorhabditis megidis) werden in dritten Larvenstadium auf neutralem Träger unter der Handelsbezeichnung Larvanem angeboten. Nach ca. 1 Woche werden die Larven von Schädlingen befallen. Ein hoher Feuchtigkeitsgrad sowie Bodentemperaturen über ca. 15°C sind unentbehrlich für das Gelingen der Bekämpfung. Temperaturen über 27°C vermindern die Wirkung von Nematoden.

Das Mittel Nemasys wird gespritzt. Die Nematoden werden im Erwachsenenstadium oder im Larvenstadium geliefert.

5000 Nematoden pro Liter Substrat sind notwendig.

 

Steinernema feltiae, Parasitennematode der Sciaridelarven erzielen gute Ergebnisse (nach einer holländischen Referenz). Handelsmittel sind Nemasys, Nemasys-M, Exhibit SF WDG, Entonem.

 

Steinernema carpocapsae ist ebenfalls gegen Dickmaulrüssler wirksam. Sie werden unter der Bezeichnung Exhibit SC-WDG, vertrieben.

3 > Pilze

Es gibt auch wirksame entomopathogene Pilze (Metharhizium anisopliae).

Gute Ergebnisse werden auch durch den kombinierten Einsatz des Pilzes Beauveria brongnartii und der Nematoden Heterorhabditis sp erzielt.

> Chemische Bekämpfung

Die ständige Entwicklung der Regelungen und der Zulassungen der Behandlungsmitteln, sowie dessen nationalen Unterschiede erlauben nicht den aktuellen Zulassungsstand zu berücksichtigen. Jeder Produzent muss sich deshalb bei dem zustandigen Pflanzenschutzamt informieren und die letzten Auflagen des Pflanzenschutzgesetzes zu beachten. Um die Wirkung des Wirkstoffes (Dosis) sowie die Kulturreaktion zu prüfen, (Phytotoxizität), wird empfohlen, eine vorherige Testanwendung an einem Pflanzenmuster durchzuführen.

 

Eine Desinfizierung der Böden (Dämpfen) und der Substrate zerstört diesen Schädling in allen Stadien.

1 > Behandlungen gegen Käfer

Gegen Käfer soll die Behandlung, nach dem ersten Schlüpfen (April-Mai), bis September als Blattsprühungen mit einem großen Wasservolumen und vorzugsweise nachts erfolgen. Diese Behandlung muss jeden zweiten Monat wiederholt werden.

 2 > Behandlungen gegen Larven

Die Behandlung gegen Larven erfolgt durch direkte Bewässerung des Bodens oder durch Beigabe von Mikrogranulat ins Substrat.



Hinweis

In diesem Dokument werden Sie die Beschreibung von Kulturmethoden, die im Bereich der Cyclamenkultur im S.C.E.A. de Montourey (Fréjus / Frankreich) erprobt wurden. Diese Methoden basieren auf eigenen Erfahrungswerte sowie auf die Kenntnisse und die Verwendung von den als Referenz angegebenen Büchern.   Diese unter unseren klimatischen Bedingungen gewonnene Erfahrung in der Cyclamenkultur kann unter anderen Bedingungen einige Anpassungen notwendig machen, da natürliche Ereignisse die erhofften Ergebnisse vernichten können, wenn die Methodologie nicht genau befolgt wurde.   Wir weisen daraufhin, dass diese Hinweise und Anleitungen nur als Empfehlungen gelten und keine Erfolgsgarantie sind. Es wird empfohlen, vorherige Tests durchzuführen.

 

Schmarotzer :

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